Empfehlen
Siehe auch

Kieler Woche

Kieler Woche ist die Bühne des Segelsports

Mittwoch 20 Juni 2012

 

Die Kieler Woche (16. Bis 24. Juni) trotzt dem kalten Wetter und den launischen Winden. Nach der ersten Hälfte des weltgrößten Segelereignisses zog Kiels Stadtpräsidentin Cathy Kietzer beim traditionellen Pressefrühstück in Schilksee eine zufriedene Zwischenbilanz, lobte die Gastfreundschaft der Kieler, bekannte aber auch, dass die Besucherzahlen noch etwas hinter den Erwartungen hinterher hinken.

Eine illustre Runde hatte sich am frühen Mittwochmorgen in der Audi Lounge in Schilksee zusammengefunden. Neben Stadtoberhaupt Kietzer waren auch Kiels 93-jähriger Ehrenbürger Otto Schlenzka, Bürgermeister Peter Todeskino und Stadtrat Adolf-Martin Möller nach Schilksee gekommen, um in lockerer Gesellschaft mit den Journalisten und Topseglern wie dem dreimaligen Olympiasieger Jochen Schümann und dem zweimaligen Weltumsegler Boris Herrmann über den Stand der Kieler Woche und die Zukunft des Segelsports zu plaudern.

Mit der medialen Wirkung des größten Volksfestes in Nordeuropa war Cathy Kietzer sehr zufrieden: „500 Journalisten aus aller Welt haben sich akkreditiert. Das ist ein großer Erfolg für Kiel. Aufgrund des kalten Wetters sind die Besucherzahlen zwar etwas geringer als prognostiziert, aber wir hoffen noch auf ein gutes zweites Wochenende.“ Auf jeden Fall haben sich die Kieler bisher als gute Gastgeber gezeigt, so Kietzer. Und durch das Engagement der Partner wie Audi, SAP, HSH Nordbank und Veolia entwickele sich die Kieler Woche immer weiter. Beispielhaft dafür sei die Übertragung des Ereignisses in die Wohnzimmer. Denn nicht nur über die Web-Möglichkeiten wie Internet, Facebook, Twitter, Youtube und kostenfreie Apps werde das Ereignis transportiert, sondern erstmals auch über einen eigenen TV-Kanal per DVB-T (Kanal 52).

Seit langen Jahren mal wieder mitten im Geschehen dabei und nicht nur Zaungast ist Jochen Schümann zur Kieler Woche. Mit seiner „Audi All4One“ ist er bei den Regatten auf der Seebahn 2012 noch ungeschlagen und steuert einem weiteren Kieler-Woche-Sieg entgegen. „Wie lange mein letzter zurückliegt, weiß ich gar nicht. Aber wenn man hier auf die Bahn geht, will man auf jeden Fall vorn dabei sein. Darüber hinaus macht die Kieler Woche immer Spaß, man trifft viele Segler. Das hier ist die Bühne für den deutschen Segelsport.“

Während Schümann auf einen ungezählten Kieler-Woche-Sieg hinsteuert, wäre es für sein Crew-Mitglied Boris Herrmann eine Premiere: „Der Sieg fehlt mir noch, einmal war ich hier Zweiter.“ In der großen Mannschaft von Jochen Schümann sammelt der Wahl-Katalane weitere Erfahrungen, um sich seinen großen Traum von der Solo-Weltumrundung bei der Vendee Globe in vier Jahren erfüllen zu können.

Neben Herrmann, der selbst schon Segel-Kultstatus hat, will Schümann auf seiner Yacht auch deutschen Nachwuchs-Kräften die Gelegenheit geben, in den Hochsee-Segelsport hinein zu schnuppern. So soll 470er-Ass Ferdinand Gerz bei der Langstrecken-Regatta um das Silberne Band am Donnerstag mit Schümann gemeinsam am Ruder stehen, um dann schließlich die TP52 beim abschließenden Senatspreis als Skipper zu führen.

Titelsammler Schümann, der neben dreimal Olympia-Gold auch noch zwei America’s Cup Siege in seiner Vita stehen hat, hat bei der Kieler Woche fast schon die Funktion eines Botschafters für seinen Sport übernommen. Und so macht er sich auch Gedanken über die Zukunft des Ereignisses und die Resonanz in der Yacht-Szene: „Es ist sicherlich ein Ziel, wieder mehr Yachten nach Kiel zu holen. Dafür sollte man den internationalen Regatta-Kalender besser aufeinander abstimmen und Überlappungen mit anderen Großereignissen wie jetzt gerade Gotland Rund vermeiden. Wenn das gelingt, dann werden alle Großveranstaltungen wachsen und die Kieler Woche kann auch für internationale Eigner wieder verstärkt Station sein.“

Kieler Woche 16. - 24.06.2012