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Volvo Ocean Race

Rückkehr der Frenchies?

Text: Vincent Gillioz

Jahr: 2012

© Ian Roman

Kurz vor Redaktionsschluss hat Franck Cammas die vierte Etappe des Volvo Ocean Race gewonnen. Mit diesem Sieg sicherte sich das französische Team den zweiten Platz in der Gesamtwertung hinter Telefonica, die einem ungefährdeten Sieg entgegenzusteuern scheint.

 

Die aktuelle Weltumsegelung im Team wurde seit ihrem Start von allen Seiten hart attackiert. Kritik hagelte es unter anderem aufgrund der vielen Havarien in der ersten Etappe und der geringen Teilnehmerzahl. Es waren lediglich sechs Teams gemeldet und die Flotte schrumpfte zwischenzeitlich auf drei Boote, worauf viele Zuschauer das Interesse verloren. Hinzu kam, dass der Anti-Piraten-Plan in der zweiten und dritten Etappe die Regatta nicht wirklich interessanter machte, denn wer will schon einen Wettkampf mitverfolgen, der teilweise im Verborgenen stattfindet?

 

In der Malakkastrasse wurde das Volvo Ocean Race dann aber plötzlich wieder spannend. Vier Teams segelten dort in Sichtweite, so etwas hatte es an einer Hochseeregatta kaum je gegeben. Ebenso fesselnd war der strategisch komplizierte erste Teil der vierten Etappe, bei der Groupama eine fehlerfreie Leistung gelang. Das Team ging genau kalkulierte Risiken ein, die sich als goldrichtig erwiesen. Als Belohnung segelte es mit einem Vorsprung von 150 Seemeilen als erstes ins Ziel.

© Ian Roman

 

Cammas Sieg in Neuseeland macht die legendäre Regatta in Frankreich natürlich wieder zum Gesprächsthema und weckt neues Interesse. Seit 1997 hatten die Franzosen die Regatta links liegengelassen, obwohl bei ihrer Erstausgabe im Jahr 1973 ganze sechs heimische Teams teilgenommen und Tabarly, Péant, Loizeau und Gabbay dort Spitzenleistungen erbracht hatten. Dieses Jahr ist Groupama das einzige französische Team am Start. Es hat zwar gute Aussichten auf einen Podestplatz, ob deshalb aber weitere Teams nachziehen werden, ist bei der schlechten Wirtschaftslage mehr als fraglich.

 

Allein schon die Tatsache, dass sich die Franzosen wieder für eine Regatta interessieren, die in ihrer Segelgeschichte eine so wichtige Rolle gespielt hat, ist positiv zu werten. Der Stopover im Juli in Lorient wird zeigen, ob das ehemalige Withbread die Gunst der Segelnation zurückerobern kann.

Der Sieg der Groupama an der 4. Etappe des Volvo Ocean Race macht die seit 1997 von den Franzosen vernachlässigte Regatta für viele wieder interessant.