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Challenge Julius Bär

Das Sagen haben die Profis

Text: Brice Lechevalier

Jahr: 2009

Profi teams bauen ihre Vorherrschaft an der Challenge Julius Bär immer mehr aus. Bestes Beispiel dafür ist das Resultat des Open de Nyon, das am 22.-23. August über die Bühne gegangen ist und von Alinghi SUI1 mit grosser Überlegenheit gewonnen wurde. Die beiden anderen Podestplätze belegten Banque Populaire mit Pascal Bidégorry und Foncia mit Alain Gautier. Dicht dahinter folgten mit Julius Bär um Philippe Cardis, Zen Too um Franck Cammas, Smart Home um Fred Lepeutrec und Ladycat um Karine Fauconnier weitere Profi crews. Die Beteiligung erfahrener Segler bringt den Teams viel, das weiss auch Guy de Picciotto, Eigner der Zen Too, auf der an einigen Regatten Franck Cammas mitgemischt hat: „Franck ist sehr offen und sehr anspruchsvoll. Er ist ein Perfektionist, der uns ständig antreibt, uns noch mehr ins Zeug zu legen. Ich würde mich manchmal mit einer Trimmeinstellung zufrieden geben, doch Franck strebt immer noch eine Verbesserung an.“ Lob erhält auch Fred Le Peutrec, der Christian Michels Smart Home steuert und dem das Team seine unbestrittenen Fortschritte zu verdanken hat. „Es war schwierig, aus Amateuren
und Profi s ein Team zu bilden, die Alchimie hat irgendwie nie gestimmt. Also habe ich mich entschieden, nur noch Profi s anzuheuern und bin mit dem Resultat an Bord wirklich zufrieden, denn jetzt funktioniert das Zusammenspiel. Es herrscht eine gute Stimmung und das Segeln macht unglaublich Spass“, freut sich der Eigner.

Professionalismus
2004, in der Geburtsstunde der Décision 35, hätten die Eigner und Gründer der Regattaserie nicht erwartet, dass sich an der Challenge Julius Bär so viele Hochseestars tummeln würden. Man freut sich aber über ihr Interesse und fühlt sich geehrt, gegen so prominente Namen antreten zu dürfen. Leider hat das Mitmischen der Segelgrössen aber auch eine Kehrseite: Amateurteams haben so gut wie keine Chance mehr und müssen sich mit den hintersten Plätzen begnügen. Philippe Cardis, Co-Präsident der Challenge Julius Bär, analysiert die Situation aus seiner persönlichen Sicht: „Ich habe etwas Zeit gebraucht, um mir über die Situation klar zu werden, habe aber Ende der letzten Saison zwei Dinge erkannt. Erstens hat die Challenge Julius Bär ein Entwicklungsstadium erreicht, in dem reine Amateurteams keine wirklich gute Figur mehr machen können, zweitens hindert mich mein sportlicher Ehrgeiz Spass daran zu haben, im hinteren Feld zu segeln. Also habe ich beschlossen ein Profi team zu engagieren. Stève Ravussin hat mir seine Bekannten aus dem ORMA-Circuit vorgestellt. Ich habe unter anderem Daniel Souben getroffen, mit dem ich mich sofort gut verstanden habe und der sich bereits auf ein gut eingespieltes Team abstützen konnte. Dank ihrer Professionalität konnte ich mich voll und ganz aufs Steuern konzentrieren und wir haben einige Podestplätze geholt. Ausserdem kümmern sie sich auch noch um das Bootsmanagement.“ Eine Ausnahme ist in der oberen Tabellenhälfte aber doch zu fi nden. Okalys-Corum wird zwar von Loïck Peyron gesteuert, die restliche Crew besteht aber aus Amateuren. Seit dem Grand Prix Corum im Frühling verteidigt das Team seinen Podestplatz erfolgreich. Ob das bis zum Schluss so bleiben wird, erfahren Sie in der nächsten Ausgabe von Skippers und Ende September auch auf www.skippers.tv.

Das Open de Nyon bestätigt den Trend und sieht Alinghi davonziehen.

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