Erste Juniorenkonferenz

Swiss Sailing schliesst Lücke

Am 6. März fand im Haus des Sports in Ittigen bei Bern die erste Swiss Sailing Konferenz der Jugendverantwortlichen statt. Im Mittelpunkt standen das Sportkonzept zur Förderung von Jungtalenten und die neue Trainerausbildung von Swiss Sailing.

Text ) Dominique Krähenbühl
Fotos ) Loris von Siebenthal, zVg

 

 

Gleich zu Beginn der ersten Juniorenkonferenz von Swiss Sailing dankten Theo Naef und Vincent Hagin, Vizepräsidenten von Swiss Sailing, den 51 Anwesenden für ihr Engagement und ihre Teilnahme. Die Versammlung, die erfreulicherweise zu einem Drittel aus Frauen bestand, beschloss mit grossem Mehr, das Zusammentreffen der Juniorenverantwortlichen künftig jedes Jahr durchzuführen.

 

Tagungsleiter Martin Vogler stellte das seit 2010 gültige Sportkonzept kurz vor. Dieses regelt unter anderem, unter welchen Bedingungen Gelder von Swiss Sailing in die Regionen fliessen. Es folgte die Präsentation des Konzeptes Trainerausbildung der Stufen A, B und C (siehe rechts), das sich an die Ausbildungssystematik von Swiss Sailing und die Trainerstufen-Philosophie BASPO/Swiss Olympic anlehnt. Damit die Trainer nicht nur begeisterte, sondern auch hoffnungsvolle Jungtalente fördern können, stellte Martin Vogler  das Modell PISTE vor. PISTE (Prognostische Integrative Systematische Trainer Einschätzung) ermöglicht es den Verantwortlichen, anhand eines wissenschaftlich erarbeiteten Rasters die Begabtesten zu bestimmen. Als Beurteilungskriterien dienen Wettkampfleistung, Motivation/Zielorientierung, Umfeld, Leistungstests und der biologische Entwicklungsstand. Für die Aufnahme in die Regio-nalkader und den Talent Pool werden diese Kriterien unterschiedlich gewichtet, wobei bei beiden die Wettkampfleistung nach wie vor einen hohen Stellenwert hat. 

 

Urs-Peter Rutishauser, Gründer und Teamleader des Swiss Sailing Team Bodensee, erklärte, weshalb die Regionalkader innerhalb der Swiss-Sailing-Familie so wichtig sind: Sie bieten als Ergänzung zum Clubtraining ein Regattacoaching und seglerische Förderung der Junioren mit professionellen Trainern. Ausserdem sorgen sie für eine bessere Vorbereitung im Hinblick auf die Qualifikation für den Talent Pool und die Teilnahme an internationalenMeisterschaften.

 

 

Was war ausschlaggebend für den Entschluss, neu eine Trainerausbildung Segeln anzubieten?

Wir wissen seit längerem, dass es in der Schweiz keine Segel-Trainer/innen gibt, die eine über J+S hinausreichende Ausbildung haben. Damit Swiss Sailing weiterhin in der Leistungsstufe 1 von Swiss Olympic verbleiben kann, müssen wir u.a. diese Lücke schliessen. 

 

Wie sieht diese Trainerausbildung aus?

Wir arbeiten mit einem Dreistufen-Modell. Als Swiss Sailing Trainer C und C1 kann der Coach praktisch und theoretisch die seglerischen Grundkenntnisse vermitteln, diese vertiefen und eine erste Einführung ins Regattasegeln vermitteln. Trainer mit einer B-Lizenz können bereits halbprofessionell arbeiten. Sie sind in der Lage, die Junioren umfassend für das Regattieren zu schulen und sie bei Wettkämpfen zu coachen. Wer eine A-Lizenz besitzt, arbeitet in der Regel in einem Regionalkader und führt die Junioren in die internationale Segelszene ein. 

 

Welches Engagement wird von den Lehrgangsteilnehmern erwartet?

Trainer/in C wird, wer im Segeln oder Windsurfen einen gültigen J+S Leiterausweis, die J+S Qualifikationen Jolle und Führen auf dem Wasser besitzt. Neben dem Bootsführerschein A braucht es zwei Jahre Erfahrung. Anwärter/in auf die B-Lizenz benötigen ein C-Diplom, besuchen in Modulen die 12-tägige Verbandsausbildung, einen Grundkurs Wettfahrtregeln (oder besitzen die Lizenz National Judge oder National Race Officer), machen ein 5-tägiges Praktikum und haben ein Jahr Erfahrung auf dieser Stufe. Swiss Sailing Trainer/innen A brauchen ein B-Diplom, besuchen den Trainergrundkurs am BASPO, schliessen diesen mit der Berufsprüfung BBT erfolgreich ab und absolvieren ein Praktikum von 10 Tagen. 

 

Was ist das Ziel der Swiss Sailing Trainerausbildung?

Die Ausbildung dient zwei Zielen: Zum einen wollen wir unter Ausnützung der J+S Ausbildungsangebote sicherstellen, dass Clubs, Klassen, Regionen und Kader mit gut ausgebildeten Trainern zusammenarbeiten können, zum anderen möchten wir engagierten Seglern eine halb- oder vollprofessionelle Trainerlaufbahn ermöglichen.

 

Welches sind die nächsten konkreten Eckpfeiler?

Viele der Clubtrainer/innen erfüllen ohne weiteres die Kriterien für die Erteilung der C-Lizenz. Diese Anerkennung läuft ab Mai dieses Jahres. Bereits im November wird der erste Lehrgang für den Trainer B durchgeführt. Wer eine Lizenz A anstrebt, der hat im Sommer 2011 eine erste Möglichkeit an einem Trainergrundkurs BASPO teilzunehmen. 

 

Interview: Dominique Krähenbühl

 


 

 

 

Eine neue Trainerausbildung fürs Segeln

In der Schweiz gibt es bislang keine Trainerausbildung fürs Segeln. Das soll sich ändern – und zwar bald. Anlässlich der Juniorenkonferenz vom 6. März 2010 hat Martin Vogler, Ressortleiter Jugend von Swiss Sailing, das Konzept für die zukünftige Trainerausbildung „Segeln“ vorgestellt.